Berlinale 2014

Auftakt mit großen und kleinen Stars

Bill Murray, Tilda Swinton, Ralph Fiennes, Adrian Brody, Wes Anderson – ein Aufgebot an Superstars und beeindruckende Newcomer präsentierten sich in den ersten zwei Tagen der Berlinale.
Der Berlinale Palast am Potsdamer Platz

Ein glamouröser Auftakt war "The Grand Budapest Hotel", der Eröffnungsfilm der 64. Berlinale. Wes Anderson ist ein Spezialist darin, Filme wie elaborierte Zuckertörtchen zu machen – bunt, filigran und bis ins kleinste Detail ausgesucht dekoriert. Das ganze garniert mit einer Auswahl der größten und talentiertesten Schauspieler, die die Welt derzeit so zu bieten hat. Fast das ganze illustre Ensemble reiste zum Eröffnungstag nach Berlin und zeigte sich dort gut gelaunt und harmonisch miteinander schäkernd. Inmitten der Superstars gingen die beiden Newcomer des Films, Tony Revolori und Saoirse Ronan, keineswegs unter. Warum auch, legen sie doch eine absolut ebenbürtige schauspielerische Leistung hin.

Ziemlich hoch im Kurs steht auch "American Hustle" - aber das wundert niemanden, ist der neue Film von David O. Russell doch für zehn Oscars nominiert und seit Wochen im Gespräch. Die kleinen Filme, die zu großen Überraschungen werden, die sind es, was den Zauber der Berlinale ausmacht – und der Star des diesjährigen Festivals war zumindest heute der kleine Ivo Pietzker, der erst zehn Jahre alte Hauptdarsteller in "Jack".

Vollständig aus der Perspektive eines Kindes, eben dieses Jack, erzählt er die Geschichte einer schiefgegangenen Beziehung zwischen Mutter und Sohn. Ohne einen Hauch von Sentimentalität zeigen Regisseur Edward Berger und Co-Autorin Nele Müller-Stiefen die herzzereißende Entwicklung dieses kleinen Jungen, der sich allen Widrigkeiten zum Trotz seine positive Einstellung und sein Grundvertrauen behält - und diese Beschreibung klingt schon viel kitschiger als der Film es je ist. "Jack" - ein Anwärter auf den goldenen oder silbernen Bären? Verwunderlich wäre es nicht, aber natürlich ist es jetzt noch zu früh, um solche Vermutungen aufzustellen.

 

 

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Miranda Schiller
07.02.2014 - 23:01
  Kultur