Albenausblick 2021

Auf diese Alben freuen wir uns

Das Jahr 2020 war wohl für uns alle nicht wirklich schön. Besonders für die Musikbranche - abgesagte Konzerte, Kulturstätten gingen pleite. Doch die Musikredaktion schaut nach vorne und präsentiert euch die Alben, auf die ihr euch 2021 freuen könnt
Albenausblick 2021

K.I.Z - “Rap Über Hass”

Album-VÖ: 28.05.2021

Die letzten Jahre war es nur auf den ersten Blick ruhig um K.I.Z. Obwohl die Gruppe selber seit 2015 kein neues Album mehr veröffentlicht hat, gab es für Fans immer wieder Grund zur Freude. Denn es gab Features, eine Schlager-Single und ein Solo-Album von Tarek

Anfang Dezember 2020 kam dann quasi der Rundumschlag. Denn am selben Tag veröffentlichten K.I.Z eine neue Single und kündigten ein “Album zum Album” an. “Und das Geheimnis der unbeglichenes Bordellrechnung” kam dann nur wenige Tage später. Das war eine Art langes Lockdown-Mixtape und ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen soll. Das “richtige” Album, “Rap Über Hass” wurde für den 28. Mai 2021 angekündigt und in “Und das Geheimnis der unbeglichenen Bordellrechnung” schon ordentlich angeteasert. Immer wieder gab es Skits in Form von WhatsApp-Sprachnachrichten, in denen sich Tarek, Maxim und Nico über die neuen Songs austauschten. Wenn man den drei Glauben schenken darf, wird es böse, fast schon fies, aber auch “ein gutes Antidepressivum”. Damit ist die Spannung natürlich sehr gestiegen und es stellt sich die Frage, ob K.I.Z dem Hype gerecht werden können. In jedem Fall haben die Kreuzberger aber zum Einen bewiesen, dass sie immer noch gute Musik machen können und zum Anderen große Lust auf ihr kommendes Album gemacht.

Charlotte Peters

Slowthai – „Tyron“

Album-VÖ: 05.02.2021

Als hätte Slowthai 2020 nicht schon genug Futter für die Liebhaber des britischen Rapps geliefert, released er 2021 ein neues Album. Der komisch kuriose Künstler hat neben groben Instrumental und Beats, die Grime, Trap, Punk und Rap vereinbaren, auch persönliche und kritische Lyrics zu bieten. Mit seinem letzten Album „Nothing Great About Britain“ überzeugte er mit zurückhaltenden, aber trotzdem aufgeladenen politischen Statements. Das Album wurde zwar für den Mercury Preis nominiert, aber aufgrund sexistischer Aussagen Slowthai’s zog man die Nominierung zurück. 

Slowthai arbeitete in der Vergangenheit mit Asap Rocky - bei dem er auch unter Vertrag steht - Mura Masa, Skepta und James Blake zusammen. Seine musikalische Hingabe reicht von klassischem britischem Rap, bis hin zu Punk Rock Rap, wie z.B auf dem Track Doorman. Diese Variationen lassen nicht unbedingt auf eine Richtung spekulieren, die Slowthai auf seinem neusten Album einschlagen könnte. Hört man sich aber die bereits erschienen Singles an, sind bis auf die EP mit Disclosure die Tracks aber doch deutlich ruhiger gehalten. Sowthai kündigte bereits im November sein zweites Studioalbum „Tyron“ an, das Februar 2021 erscheinen soll und sich an „Nothing Great About Britain“ anschließt. Das Album wird einige weitere bekannte Gesichter, wie Denzel Curry,Dominic Fike und Mount Kimbie willkommen heißen. Slowthai selbst verrät auf Instagram so viel: Er habe das Album in einer für ihn schwierigen Phase geschrieben und möchte allen einen Trost mit seinem Album bereiten, die ähnliches durchmachen. Das Album ist in zwei Hälften geteilt, um somit mehrere Perspektiven einer Geschichte aufzuzeigen, denn Slowthai zeigt sich auf dem Album reflektiert, ganz nach seinem Motto: “learn, grow, aim to be better than you were yesterday”.

Lia Fuchs

Julien Baker – „Little Oblivions“

Album-VÖ: 26.02.2021

So kitschig es auch klingt: Manchmal nutzt jede große Reise nichts, wenn man am Ende nicht bei sich selbst ankommt. Das musste auch Julien Baker schmerzlich erfahren, als sie nach knapp drei Jahren auf Tour völlig ausgelaugt war. Ihr zweites Album „Turn On The Lights“ war 2017 ein großer Erfolg und setzte sie für viele auf die Liste der vielversprechendsten Singer-Songwriterinnen. Danach brachte sie gemeinsam mit ihren Seelenverwandten Phoebe Bridgers und Lucy Dacus ein Jahr später eine EP unter dem Namen “boygenius” heraus. Bakers mentale Gesundheit begann wieder zu bröckeln und sie zog die Reißleine. Sie sagte Auftritte ab und ging wieder zur Uni, um ihren Kopf wieder mit anderen Dingen zu füllen, als Setlisten und dem ständigen Druck verfügbar sein zu müssen.
Trotzdem erscheint im Februar ihr drittes Album „Little Oblivions“, das sie in ihrer Heimatstadt Memphis aufgenommen hat. Zusätzlich zu ihren typischen, intimen Klavierballaden, soll es auf der neuen Platte einen ganz neuen Bandsound geben. Mit mehr Bässen, Schlagzeug, Banjos und Mandolinen, von denen Julien Baker das meiste sogar selbst eingespielt hat. Und auch inhaltlich scheint „Little Oblivions“ ein wenig von den beiden Vorgängern abzuweichen. Statt abstrakte Wolkenschlösser über die Suche nach Gauben und Identität zu bauen, sollen die zwölf neuen Songs direkter und „physischer“ sein. Wir werden bald erfahren, was das genau heißt. Bis dahin sollte man seinen Vorrat an Taschentüchern schon mal aufstocken. 

Marie Jainta

Fatoni & Edgar Wasser – "Delirium"

Album-VÖ: "Frühjahr"

Das satirisch-kritische-Rap-Duo ist wieder am Start. Fatoni & Edgar Wasser bringen nach sieben Jahren ihr zweites gemeinsames Album „Delirium“ raus. Natürlich waren die beiden nie wirklich weg, denn sie haben ihre eigenen Projekte verfolgt.

Die beiden Münchener Rapper haben vor allem eins gemeinsam: intelligente und sarkastische Raptexte. Den ersten Vorboten des Albums haben Fatoni und Edgar Wasser am 31.12.2020 - und damit einen würdigen musikalischen Abschied für dieses komische Jahr – veröffentlicht. Denn in der Single „Realität“ fragen sich die zwei, wie man denn bitte dieses Jahr noch in lächerliche ziehen kann, wenn es das doch schon von selbst macht.

„Es wird immer schwieriger für Satiriker,
die Realität ist schlimmer als jede Ironie, digga“

Fatoni & Edgar Wasser - Realität

Nach der Veröffentlichung des Videos wurde es direkt gesperrt, um dann mit FSK 18 nochmal hochgeladen zu werden. Doch genau das macht die beiden Rapper aus: sie nehmen kein Blatt vor den Mund und haben kein Problem damit mit ihrer Musik auch mal anzuecken.

Was uns auf dem neuen Album erwartet, dazu gibt es leider noch keine weiteren Infos. Doch nach der ersten Singleauskopplung können Fatoni & Edgar Wasser Fans schon mal davon ausgehen, dass „Delirium“ gewohnt bissig und selbstironisch daher kommt.

Emma Dressel

Goat Girl – „On All Fours“ 

Album-VÖ: 29.01.2021

In den letzten Jahren scheint es mit der britischen Gitarrenmusik wieder bergauf gegangen zu sein. Junge Indiebands schießen gerade aus dem Boden. Vor allem im Süden von London, wo einige kleinere Clubs dafür sorgen, dass sie auch gehört werden. Eine dieser neuen Gitarrenhoffnungen waren vor drei Jahren Goat Girl. Ihr gleichnamiges Debütalbum nahm einen mit auf einen wilden Ritt durch jugendliche Empörung über die wichtigen Themen der Welt. Goat Girls ambitionierter Garagenrock war streitlustig und schlug wortwörtlich in die Kerben vieler KritikerInnen. Bald soll mit „On All Fours“ das zweite Goat Girl Album das Licht der Welt erblicken. Anfang 2020 aufgenommen, wird es laut Ankündigung einen reiferen Blick auf die Ungerechtigkeiten der Welt, wie soziale Vorurteile sowie das Wohlbefinden der Umwelt werfen. Auch am Sound haben die Londonerinnen geschraubt, denn wie man schon in den beiden Singles „Sad Cowboy“ und „The Crack“ hören konnte, spielt die neue Platte mit Sci-Fi Synthesizern und analogen Drumcomputer. Der entschlossen-düstere Gitarrensound, der Goat Girl so großartig macht, bleibt trotzdem erhalten. Man darf auf alle Fälle neugierig sein! 

Marie Jainta

 

 

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08.01.2021 - 20:17
  Kultur