Albenausblick 2020

Auf diese Alben freuen wir uns

Unsere Musikredaktion schaut in die Zukunft und freut sich auf das Musikjahr 2020. Wir stellen einige vielversprechende Alben vor.
Albenausblick 2020
Albenausblick 2020

Donald Trump wird wahrscheinlich wieder zum Präsidenten der USA gewählt, das Vereinigte Königreicht verlässt die EU und der Dritte Weltkrieg bricht aus. Besonders gute Laune macht der Blick auf das Jahr 2020 nicht. Aber auf einige Musik Releases können wir uns trotzdem freuen.

Wolf Parade - "Thin Mind"

Die kanadischen Indierocker von Wolf Parade sind in ihrer Heimat längst Kult, hierzulande aber auch 2020 noch ein echter Geheimtipp. Die Band vereint dicke Soundwände aus schroffen Gitarren und lieblichen Synthesizern mit nachdenklichen Texten über die Fremdartigkeit der modernen Welt. Der Titel ihres neuen Albums „Thin Mind“ bezieht sich auf die Überstimulierung, der man sich im Internetzeitalter ausgesetzt fühlt. Die ersten Singles zeigen: Auch dieses Thema verpacken die Kanadier in mitreißende Rockmusik.

Martin Pfingstl

Wann: 24. Januar
Label: Sub Pop Records

Tame Impala - "The Slow Rush"

Kevin Parker aka Mr. Tame Impala hat der Welt mit insgesamt fast 20 Minuten Singlematerial schon vorab einen tiefen Einblick in das kommende Album gewährt - einen wirklichen roten Faden kann man bisher aber höchstens bei der inhaltlichen Linie finden. Das Thema der eigenen Vergänglichkeit und des unaufhaltbaren Voranschreitens der Zeit ist in allen vier bisher erschienenen Songs konsequent umgesetzt - ein erkennbarer Sound fehlt aber bisher. Der smoothe, fast schon spirituelle Sechsminüter „Posthumous Forgiveness“, das metallisch-krachige „It Might Be Time“ und die catchy Pop-Tunes „Borderline“ und „Lost In Yesterday“ wollen im Moment noch nicht wirklich zusammen passen. Doch die Hoffnung bleibt, dass im Kontext des ganzen Albums neben der inhaltlichen auch eine musikalische Vision Kevin Parkers erkennbar wird - die hat er nämlich in allen bisher erschienenen Tame Impala Alben auf wunderschöne Weise umgesetzt.

Lucas Schwarz

Wann: 14. Februar
Label: Island Records

Grimes - "Miss Anthropocene" 

Grimes kann mitunter radikal sein, vor allem sich selbst gegenüber. Ihren großen Hyperpop-Entwurf „Art Angels“ bezeichnete sie als „piece of crap“ – starke Worte über eine Platte, die 2015 fast alle Jahresbestenlisten zierte. Auf „Miss Anthropocene“ wird deswegen vieles anders. Eine wirkliche Stringenz lässt das Album noch nicht vermuten. Die bisherigen Singles spielen mit Nu-Metal-Einflüssen, Drum’n’Bass und Ambient-Sounds. Wenn Grimes einen roten Faden in das Album bekommt, erwartet uns eine spannende Platte. Wenn nicht, dann könnte „Miss Anthropocene“ zu einem großen Durcheinander verkommen.

Scott Heinrichs

Wann: 21. Februar
Label: 4AD

Pearl Jam - „Gigaton“ 

2020 feiern die Jungs um Frontmann Eddie Vedder das dreißigste Jubiläum ihres Bestehens. Dazu muss natürlich auch mal wieder ein neues Album her, das erste seit sieben Jahren. Für Millionen Fans weltweit ein Grund für Freudentränen. Pearl Jam gehören zu den letzten Überlebenden der Grunge-Bewegung der 90er, haben den Stil allerdings mittlerweile hinter sich gelassen. 2020 kann man sich von Pearl Jam wieder schnörkellosen Stadion-Rock mit Einflüssen aus Punk und Folk erwarten, der von hymnischen Refrains und der kraftvollen Stimme Eddie Vedders lebt.

Martin Pfingstl

Wann: 27. März
Label: -

Die Ärzte - "tba."

Vor fast acht Jahren erschien “auch”, das bisher letzte Album der Ärzte. Seitdem haben sich Bela, Farin und Rod auf ihre Soloprojekte konzentriert. Das Jahr 2019 war dann so eine Art Generalprobe, denn die selbstbetitelte “beste Band der Welt” hat im Mai die namensgetreue Mini-EP “Drei Mann – Zwei Songs” veröffentlicht und auf den Festivals Rock am Ring und Rock im Park gespielt. Im November wurden dann ein neues Album und eine Tour angekündigt. Die Tour war bereits nach Minuten restlos ausverkauft, wozu die Band nur sagte: “Im Gegenzug werden wir sowohl hier im Studio als auch später auf der Bühne alles geben!” Man darf also gespannt sein und sich vielleicht auch ein bisschen freuen.

Charlotte Peters

Wann: Unbekannt
Label: Hot Action Records

Hinds - "tba."

Schrammelige Gitarren sind wohl DAS Erkennungszeichen jeder Garage-Rock-Band - kein Wunder also, dass das auch bei Hinds nicht anders klingt. Trotzdem sorgt die Sorglosigkeit, mit der sie ihre Instrumente spielen, dafür, dass sie mit ihrem Sound aus der Masse herauszustechen. So schaffen es die Musikerinnen Unbedarftheit und rotzigen Gesang zu ihrem Markenzeichen zu machen. Das wird wohl auch auf der neuen Veröffentlichung so sein, auch wenn man im ersten Vorboten „Riding Solo“ doch eine etwas poppigere Note heraushören kann. Wir dürfen uns wohl auf weitere Garage-Pop und Soft-Punk-Songs á la Hinds freuen, die besonders bei ihren Live-Shows einfach nur Spaß machen.

Theresa Graf

Wann: Ubekannt
Label:  Lucky Number Music

Lime Cordiale - "tba."

Während Lime Cordiale in ihrer Heimat Australien schon die großen Bühnen bespielen, gelten sie in Europa noch als Geheimtipp. Mit klassischer Rockband-Besetzung plus Trompete, bewegt sich ihr Sound irgendwo zwischen Indie Pop und Surfrock. Ihr Debütalbum „Permanent Vacation“ klingt genau wie der Titel vermuten lässt – wie ein ewiger Urlaub am Meer. Für 2020 ist ihr zweites Album angekündigt. Die davon bereits veröffentlichten drei Singles lassen erahnen, dass die Australier ihren charakteristischen Sound auch weiterhin beibehalten. Wir können uns also auf ein Album mit eingängigen Hooks, einer Prise Selbstironie und Sommergefühlen freuen.

Lina Kordes

Wann: Unbekannt
Label: Chugg Music / London Cowboys

 

Und viele mehr!

 

Kommentieren

Fotocredit:

Grimes - Popovy Sisters
Hinds - Andrea Savall
Tame Impala - Matt Sav
Wolf Parade - Pamela Evelyn