Frisch Gepresst: Jadu Heart

Auf die Ohren

Das Synthpop-Duo Jadu Heart ist zurück mit ihrem zweiten Album. Auf "Hyper Romance" lassen sie ihre Masken fallen.
Jadu Heart
Jadu Heart aus Bristol.

Das Duo Jadu Heart ist mit ihrem neuen Album „Hyper Romance“ zurück. Die beiden kennen sich noch aus Unizeiten, wo sie bei dem Produzenten und Songwriter Mura Masa einen Publishing Deal unterzeichneten. Im Gegensatz zu ihrem letzten Album "Melt Away" (2019), haben sie ihre Masken der alten Egos Faro und Dina abgelegt und damit auch die Erzählung derer fiktiven Geschichte. Diese handelte von der Verfluchung der Charaktere in einem Tempel. Jeder Song entsprach auf "Melt Away" einem Kapitel der Geschichte.

Ohne Masken

In ihrem neuen Album sind es Alex Headford und Diva Jeffrey die zu Wort kommen. Das macht das Album auch persönlicher, da bestimmte Erfahrungen der beiden nachempfunden werden können. "Hyper Romance" handelt von Beziehungen, die Höhen und Tiefen durchlaufen, die sowohl schöne Zeiten als auch Schattenseiten erleben. Das Duo gewährt Einblick in die tiefsten, dunkelsten und schwierigsten Momente einer Beziehung.

Mit dem Song „Another Life“ startet das Album direkt in die Beziehungsthematik. Die Musik thematisiert weniger den banalen, oberflächlichen Herzschmerz, sondern offenbart viel mehr eine chaotische Gefühlswelt, in der man versinken möchte. Die Songs mit ihrer dominanten Akustik gehen unter die Haut und unterstreichen eindringlich die Wucht der Emotionen. So wird bereits mit dem ersten Song „Another life“ die Erwartungshaltung an das Album hoch angesetzt. Der Song besteht aus genau zwei Strophen und sieben Versen, die von einer perspektivlosen Beziehung handeln, aber auch beim Einzelnen Aussichtslosigkeit hervorruft.

Another day, another year of this
Maybe in another life
We'll be okay

Song: "Another Life"

Filmreife Musik

Damit könnte man zwar vermuten, dass der Einstieg nicht getoppt werden kann. Die folgenden Songs beweisen jedoch das Gegenteil. Jeder einzelne Song hat seinen eigenen Charakter. Tracks wie „Caroline“ und „Day by Day“ werden von Jeffreys sanfter Stimme ergänzt. Im Kontrast dazu, haben die Songs „Suddenly I know who you are“ und „Dead again“ einen grungy Touch, der durch die Gitarrenriffs untermalt wird.

Die Dream-Pop Band bringt die komplexen Emotionen in Verbindung mit elektronischen, psychedelischen und Lo-Fi-Einflüssen in Einklang. Das Ende von „Burning Hour“ stellt den Höhepunkt des Albums dar. Diva beschreibt dabei die Situation, in der man den anderen glorifiziert, während man sich in der Beziehung selbst verliert.

I want to take you to the core, and watch you as I fall, yeah,
watch you in the starlight

Song: "Burning Hour"

Sie vergleicht den Zustand „des sich Selbstverlierens“ mit einer Motte, die vom Feuer hypnotisiert ist und letztendlich in Flammen aufgeht. Dies spiegelt die Intensität der Thematik wider. Ihr anfängliches Konzept, fiktive Geschichten mit ihrer Musik zu erzählen hat sich komplett verändert und auch ihr Musikstil hat sich weiterentwickelt.

Fazit

Mit „Hyper Romance“ gelingt es dem Duo reale Gefühlswelten nahezubringen und beamt einen mit ihren Klängen in andere Welten. Hört man in das Album rein fühlt man sich allein, aber nicht einsam, sondern viel mehr mit der Musik verbunden und in ihr aufgehoben.

 

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Jadu Heart: Hyper Romance

Tracklist:
  1. Another Life*
  2. Dead, Again
  3. Walk The Line*
  4. Woman
  5. Day By Day
  6. Metal Violets
  7. Suddenly I Know Who You Are
  8. Caroline
  9. Burning Hour*
  10. Hyper Romance
  11. Pink & Blue

*Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 25.09.2020
VLF Records