Sicherheit bei der Comic-Convention

Attrappen erlaubt

Pistolen und Schwerter gehören zu den Accessoires der meisten Anime- und Mangafiguren. Cosplayer tragen diese auch mit sich, wenn sie eine Figur darstellen. Bei der Buchmesse herrscht jedoch ein striktes Waffengesetz.
Waffencheck auf der Leipziger Buchmesse. Scharfgeschliffene Katana sind nicht erlaubt.

Verkleidete Menschen waren in der letzten Woche ein normales Bild in Leipzig. Zur Buchmesse liefen viele Cosplayer durch die Stadt, meist auf dem Weg zur oder von der Buchmesse. Zu den Verkleidungen, durch welche die Cosplayer meist Anime- oder Mangafiguren darstellen, gehört meist eine Waffe: ein Schwert, eine Pistole oder Ähnliches. Meist nur aus Plastik. Trotzdem werden auf der Buchmesse die Waffen der Cosplayer kontrolliert.

In der lauten und bunten Vorhalle der Comic-Convention auf der Buchmesse befindet sich dafür eine Waffenkontrollstelle. Einige Cosplayer warten mit Pappmaschee-Kanonen und Plastikpistolen unter einem Schild mit der Aufschrift „ Waffen und Requisitencheck“. Dort kontrolliert Frau Wald mit ihren Kollegen die Waffen der Cosplayer. Meist ist es sehr leicht zu erkennen, ob es sich um eine Attrappe handelt.

Also man sieht ja an den Waffen, dass das jetzt wirklich Spielzeug ist. Man sieht ja überall die Schrauben. Da geht keine Gefahr aus. Das ist auch ziemlich leicht. Man merkt, dass es Plaste ist. Es ist auf jeden Fall superschön muss ich dazu sagen. Deshalb gibt’s auch nen schönen Stempel von mir, das mans sehen kann…

Frau Wald, Waffenkontrolleurin der Comic-Convention

Der Stempel, den Frau Wald auf die kontrollierten Waffen drückt, ist der Freifahrtschein für die Cosplayer, ihre Waffe mitzunehmen und so ihre Figur vollständig darzustellen. Sie selbst ist auch bewaffnet. Mit einem pistolenartigen Gerät klebt sie kleine Nummern auf Armbrüste, Schwerter und Kettensägen. Fast alle sind aus Plastik, Pappe und Pappmache. Gerade weil es so viele bunte und verschieden Sachen zu sehen gibt, macht ihr die Arbeit viel Spaß.

Doch nicht alle Cosplayer dürfen ihre Waffen mit auf die Messe nehmen. Viele verinnerlichen ihre Figur meist so sehr, dass sie diese mit echten Waffen darstellen. Dann müssen Frau Wald und ihre Kollegen diese meist einziehen und aufbewahren; die Cosplayer kostet das 1,50 Euro. Sich davon trennen zu müssen stimmt einige traurig, weil ihre Verkleidung dadurch unvollständig ist. 
Darauf können die Waffenkontrolleure der Comic-Convention jedoch keine Rücksichtnehmen. Sicherheit geht in dem Fall vor und deshalb ist das Waffenregelwerk der Buchmesse Gesetz.  

 

 

Eine Reportage über die Waffenkontrollen bei der Comic-Convention von Ole Zender
 
 

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Giannina Scalabrino
18.03.2015 - 11:58
  Kultur