Welttag Pulmonale Hypertonie

Atemberaubend: Lunge unter Druck

Wer einen schnellen Sprint hinlegt, ist sicher außer Atem. Das ist normal. Doch manche Menschen bekommen schon bei kleinen Belastungen Luftnot. Dahinter können sich verschiedene Krankheiten verbergen. Eine von ihnen ist die pulmonale Hypertonie.
Person im Wasser mit Luftblase vor dem Mund
Wem die Luft zum Atmen wegbleibt, sollte fragen warum.

Bluthochdruck – diese Volkskrankheit ist mitttlerweile gut bekannt. Doch nicht nur der große Kreislauf kann unter Druck geraten. Die Lunge – also der kleine Kreislauf – kann auch betroffen sein. Diese Erkrankung nennt sich pulmonale Hypertonie oder auch Lungenhochdruck. In Deutschland sind davon schätzungsweise 2000 bis 6000 Menschen betroffen. Eine vergleichsweise seltene Krankheit. Umso wichtiger ist, sie frühzeitig zu erkennen, denn es gibt heutzutage wirksame Therapien.

Diagnose oft zu spät

Die Dunkelziffer der Pulmonalen Hypertonie schätzen Experten auf 50 Prozent. Das Problem: Viele Ärzte denken nicht an die seltene Erkrankung, denn die ersten Symptome sind oft unspezifisch. Luftnot kann viele Ursachen haben, doch eine nicht geklärte Atemnot sollte immer an einen Lungenhochdruck denken lassen, erklärt Dr. Jörg Winkler. Er ist Lungenfacharzt und spezialisiert auf pulmonale Hypertonie. Er erklärt, dass ein leicht zu bestimmender Blutwert schon aufschlussreich sein kann: Das BNP. Dieser Stoff wird vom Herzen ausgeschüttet, wenn es zu stark gefüllt ist. Weil der Druck in den Lungengefäßen zunimmt, staut sich das Blut in das rechte Herz zurück. Das rechte Herz schüttet dann BNP aus - als Hilferuf an die Nieren, mehr Flüssigkeit auszuscheiden. Das BNP ist also ein wichtiges Puzzleteil zur Diagnose. Denn der Druck im Lungenkreislauf ist nicht so einfach zu messen. Nur durch einen kleinen invasiven Eingriff kann er bestimmt und damit die Diagnose gesichert werden.

Ursache wichtig um die richtige Therapie zu finden

Steht die Diagnose einer Pulmonalen Hypertonie erst einmal, ist es wichtig, ihre Ursache herauszufinden. Denn oft steht der Lungenhochdruck mit anderen Krankheiten in Zusammenhang.

So können Herzerkrankungen, die das linke Herz schwächen, dazu führen, dass sich das Blut in der Lunge staut. Aber auch Lungenerkrankungen wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, COPD, können eine pulmonale Hypertonie zur Folge haben. In diesen Fällen ist es ausreichend, die Grunderkrankung zu behandeln.

Eine wahrscheinlich sehr häufig übersehene Form der pulmonalen Hypertonie ist hingegen die sogenannte chronisch thrombembolische Hypertonie. Bei dieser Sonderform kommt es immer wieder dazu, dass sich kleine Gerinnsel im Blutkreislauf lösen und mit dem Blut in die Lunge verschleppt werden. Ein einziges dieser kleinen Gerinnsel bereitet überhaupt keine Probleme und genau das ist das Problem. Denn so kommt es immer wieder dazu, dass kleine Blutgerinnsel in die Lunge fliegen und dort langsam die Gefäße verstopfen. Erst wenn 20 bis 50 Prozent der Lungengefäße verstopft sind, gingen die Patienten mit Beschwerden zum Arzt, so Winkler. Dabei können Mediziner gerade bei dieser Form sehr effektiv helfen: Spezielle Medikamente oder auch eine Operationen können die Ursache für den Lungenhochdruck ganz beseitigen.

Im Gegensatz zur reinen pulmonalen Hypertonie sind bei der sogenannten pulmonalen arteriellen Hypertonie die Lungengefäße betroffen. Aus verschiedenen Gründen sind sie verdickt, verhärtet oder verengt. Hier helfen spezielle Medikamente, die Gefäße wieder zu erweitern.

Frühzeitige Therapie verhindert Komplikationen

Wie fast alle Krankheiten muss der Lungenhochdruck so früh wie möglich erkannt werden. Denn nur so können irreversible Komplikationen verhindert werden. Staut sich das Blut in dem Lungenkreislauf, ist vor allem das rechte Herz belastet. Am Anfang gleicht das rechte Herz diese Mehrbelastung aus: Es pumpt kräftiger, trainiert sozusagen und verdickt somit seinen Muskel. Doch irgendwann reicht das nicht mehr. Durch die ständig zu hohe Füllung, dehnt sich die rechte Herzkammer aus. Dadurch wiederum werden die Herzklappen undicht. Und das kann lebensbedrohlich werden. Schließlich fließt dann permanent Blut in die falsche Richtung - der Körper wird also nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist es wichtig, das Herz rechtzeitig zu entlasten.

 

Was tun, wenn die Lunge unter Druck steht? Ein Beitrag von Anna-Lena Dohrmann
Lungenhochdruck Wissenschaft
 

Kommentare

ich habe vor zwei jahren eine neue herzklappe bekommen. dann ging es mir ein halbes jahr besser meiner ging es berg auf. aber dann finf alles wieder von vorne an kurzatmig beim treppensteigen, viele dinge tun, laufen usw.
bin dann zu einem facharzt cardiologe und lungenfacharzt.
ich aas 100 nehmen, simbicort turbuhaler sprühen, oder ventolin, becotide 50 pg,
wenn ich das alles nehmen geht es mir einigermassen. aber ich habe das gefühl das ich davon im oberbauch immer dicker werde und immer magenschmerzen habe. der bauch ist knochenhart.
angegeblich habe ich zuviel luft im bauch. - dafür nehme ich enzym levax

können sie mir einen rat geben, was ich sonst noch machen kann. mein problem ist
ich wohne in spanien.

ich hoffe, sie können mir ein wenig helfen und bedanke mich schon mal im voraus
roswitha witt,denia

@roswitha witt Liebe Roswitha, wir sind keine Ärzte und können Ihnen deshalb keinen medizinischen Rat geben – dieser Artikel soll lediglich auf die Krankheit aufmerksam machen. Wenden Sie sich mit Ihren Fragen bitte an medizinische Fachkräfte. Freundliche Grüße und gute Besserung, die Redaktion

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