Die Kolumne

Arielle auf der Buchmesse

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Diesmal: Christine Reißing über Meerjungfrauen-Doubles, Bildungskarrieren und die Vorteile des Busfahrens.
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Was ist in dieser Woche passiert? Unsere Kolumnisten haben wie immer eine Antwort auf die wichtigsten Fragen.

Wir haben’s geschafft: Die Buchmesse ist vorbei und Leipzig steht noch. Richtige Hingucker waren ja die vielen Cosplayer, die von überall aus Deutschland angereist sind. Ist Dir eins der Outfits besonders in Erinnerung geblieben?

Oh ja. Und zwar ganz genau. Eine junge Dame hat sich eine Meerjungfrau als Vorbild ausgesucht. Eine blaue Perücke sorgte für filmreifes Wallehaar. Als Beinkleid trug sie grünlich-schimmernde Schuppen. Und obenrum einen Muschelbikini. Leider waren die Muscheln etwas zu klein geraten. Der Rest des Vorbaus wurde - mehr schlecht als recht - von selbstklebenden BH-Schalen gehalten. Fertig war die Horror-Meerjungfrau.

Knapp die Hälfte der sächsischen Viertklässler darf auf's Gymnasium gehen. Damit dürfte die Überfüllung der Uni langfristig gesichert sein. Hand auf’s Herz: Würdest Du nochmal den gleichen Bildungsweg gehen?

Christine Reißing vor Leuchtturm
Christine Reißing kommt eigentlich von der Nordseeküste. Im Bild: der Bierwerbungs-Klischee-Leuchtturm Westerheversand.

Ich wurde 1998 eingeschult. Das war vor 18 Jahren. Und ich bin immer noch in der Ausbildung. Ob das besonders sinnvoll ist, bezweifel ich langsam. Aber vielleicht haben die Viertklässler von heute ja coolere Ideen, als zwei Jahrzehnte lang am Schreibtisch rumzugammeln. Ein paar Monate Schafe züchten zum Beispiel. Geläutert von so viel Naturerleben danach auf eigene Faust studieren, ganz ohne Leistungspunkte-Tralala. Und dann vielleicht lieber Bäcker als Businessplaner werden – ganz wie sie wollen. Allerdings: Wenn weiter so viel ausfällt wie in der Connewitzer Grundschule, dann wird die Bildungskarriere der Kleinen eh nicht sonderlich steilgehen. Nach 130 Krankmeldungen fiel da Mitte März der Unterricht komplett aus.

Am Mittwoch sind einhundert Landwirte mit ihren Traktoren über den Innenstadtring gefahren. Damit wollen sie darauf hinweisen, dass die Preise für Milch und Schweinefleisch zu niedrig sind. In welchem Fahrzeug würdest Du demonstrieren, wenn Du Geldprobleme hättest?

Im Bus. Denn ich hätte ja kein Geld für ein mondänes Gefährt. Die Öffentlichen eignen sich aber vielleicht ganz gut, um auf die eigenen Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Immerhin sind die Mitfahrer verdammt, allesamt auf kleinem Raum zu verweilen. Bis zur nächsten Haltestelle.

Und nächste Woche?

Am Donnerstag feiere ich den Tag des Bunsenbrenners. Mit Crème Brûlée und Chemiebaukasten.

Die Kolumne zum Nachhören:

"Arielle auf der Buchmesse" - Christine Reißing über Meerjungfrauen-Doubles, Bildungskarrieren und die Vorteile des Busfahrens
 
 

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