Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote im Mai gesunken

In Leipzig gab es im Mai so wenig Arbeitslose wie seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr. 28.207 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Trotzdem haben es Langzeitarbeitslose weiterhin schwer, ein neues Projekt soll ihnen jetzt beim Berufseinstieg helfen.
Die Arbeitslosigkeit ist in Leipzig im Mai zurückgegangen.
Am Dienstag wurden die Arbeitslosenzahlen für den Mai veröffentlicht.

Im April waren es 484 Arbeitslose mehr – auch im Vergleich zum Mai 2014 ist die Zahl Arbeitssuchender zurückgegangen. Diese positive Entwicklung ist an der sogenannten Arbeitslosenquote abzulesen. Diese sank im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent.

Die Arbeitslosenquote ist in Leipzig damit jedoch immer noch höher als in Chemnitz oder Dresden. Hermann Leistner, Pressesprecher der Arbeitsagentur Leipzig, macht dafür auch die Attraktivität der Messestadt verantwortlich. Je mehr Personen in eine Stadt kämen, desto mehr bräuchten auch einen Job.

Lily Meyer im Gespräch mit Julia Gröbel
 

Ergänzungen aus dem Nachrichtenmagazin Direkt:

Neues Projekt für Langzeitarbeitslose

Die aktuelle Arbeitslosenquote des Landes Sachsen kann sich auch insgesamt durchaus sehen lassen. Die Zahlen sind so niedrig wie seit der Wiedervereinigung Deutschlands nicht mehr. Trotzdem gibt es in Sachsen immer noch knapp 70.000 Langzeitarbeitslose, in Leipzig sind es etwa 9.100. Für sie gibt es oft wenige Perspektiven, um den Einstieg in das Berufsleben wieder zu finden.

Speziell für Leipzig will das Jobcenter nun mit einem neuen Projekt zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit starten. Seit dem 1.Juni wird an der Umsetzung des Projektes gearbeitet. Mit Unterstützung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) soll vor allem eine persönlichere Betreuung gesichert werden. Mit einem niedrigen Betreuungsschlüssel soll es also möglich gemacht werden, dass Menschen die länger als zwei Jahre arbeitslos sind und eine ungünstige Prognose zur Beschäftigungsaufnahme haben, wieder den Berufseinstieg finden. Für solche, die länger als fünf Jahre arbeitslos sind und zum Beispiel gesundheitliche Einschränkungen haben oder keinen Schulabschluss, soll die Betreuung noch intensiver ablaufen. Spezielle externe Coaches betreuen die Personen außerdem weiter nachdem sie eine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle gefunden haben und gehen direkt in das Unternehmen, um dem Arbeitnehmer bei Problemen und Schwierigkeiten zu helfen.

Wir können natürlich mit dem ganzen Projekt nur erfolgreich sein, wenn die Unternehmen auch bereit sind Langzeitarbeitslose einzustellen.

Ronny Schleicher,  Presse/Marketing Jobcenter Leipzig

So müssten auch die Unternehmen angeregt werden, Langzeitarbeitslose in den Berufsalltag aufzunehmen: Durch die Coaches, als Vermittler zwischen Arbeitgeber und -nehmer, arbeitsbezogene Qualifizierung der Bewerber und Lohnkostenzuschüsse zwischen 25 und 75 Prozent für die Unternehmen. 

 

Ein Beitrag von Merten Waage über das Projekt zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit
 
 

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