Textildruckunternehmen in der Kritik

Antisemitisches Motiv bei Spreadshirt

Das Internet ist ein Ort unbegrenzter Möglichkeiten, aber auch ein Ort, an dem so manches schieflaufen kann. Wie zum Beispiel Mitte Mai beim Leipziger Unternehmen Spreadshirt.
Spreadshirt Logo
Spreadshirt-Logo

Spreadshirt ist vielen Leipzigern und Leipzigerinnen sicher ein Begriff. Das Unternehmen, bietet einen Service, mit dem jeder Nutzende ein individuelles Motiv hochladen und auf T-Shirts, Tassen, Pullover und andere Artikel drucken lassen kann.

Diese Freiheit hat dem Unternehmen Mitte Mai jedoch Probleme bereitet. Ein Nutzender lud ein Motiv, welches einen Judenstern mit der Inschrift „nicht geimpft“ abbildete, auf der Plattform hoch. Das Motiv wurde erst durch Hinweise auf den sozialen Medien durch das Unternehmen entdeckt und daraufhin sofort gelöscht. Zu diesem Zeitpunkt war es jedoch bereits mehrere Tage verfügbar gewesen und in den sozialen Medien kursiert. Dadurch, kam es zu einem sogenannten "Shitstorm" gegen das Leipziger Unternehmen, der auch nach einer Stellungnahme fortfuhr. 

Einen Monat nach dem Vorfall sprechen wir im Interview mit Spreadshirts Pressesprecherin Eike Adler darüber, welche Mechanismen das Unternehmen zur Prüfung der auf ihrer Plattform hochgeladenen Designs nutzt und welche Schlüsse sie aus der Situation gezogen haben. 

Kontrollmechanismen und Eigenverantwortung

Laut Spreadshirt sei die Meldung von problematischen Motiven über Social Media einer der Kontrollmechanismen des Unternehmens. Die erste Kontrolle beginne mit der Verantwortung der Nutzenden, indem sie angeben, die Rechtsinhabenden des Motivs zu sein und versichern, dass dieses gegen keine Gesetze oder gegen die AGB des Unternehmens verstößt. Danach folge die Überprüfung durch einen Algorithmus, der das Design mit einer Datenbank abgleiche. Falls in diesem Schritt eine Unsicherheit auftritt, würde das Motiv an einen Mitarbeitenden weitergeleitet, welcher noch einmal eine kontextuelle Prüfung vornehme. 

Wie kommt es dennoch zu so einem Zwischenfall?

In diesem Falle ist das antisemitische Design wohl durch die Raster des Kontrollsystems gerutscht. Jedoch wäre es laut Angaben von Spreadshirt nie verkauft oder gedruckt wurden. Der Vorfall sei anschließend direkt in den Algorithmus eingebaut wurden, um ihn zu verbessern. Dieser Vorgang erfolgte regelmäßig, mit jeder Meldung. Außerdem solle die mediale Aufmerksamkeit auch dazu geführt haben, dass mehr Motive gemeldet wurden. 

Spreadshirt will nach eigenen Angaben weiterhin für die Meinungsfreiheit ihrer Kunden und Kundinnen stehen, muss aber auch ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen. 

Der Beitrag zum Nachhören: 

Ein Bericht von Max Trommler über ein rechtes Motiv bei Spreadshirt
Spreadshirt Skandal    

 

 

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Max Trommler
03.07.2020 - 19:06