Sicherheit an Hochschulen

Angstfrei studieren hat seinen Preis

Wer sich in Leipzig als eifriger Student die Nacht in der Bibliothek um die Ohren haut, muss zumindest um seine Sicherheit nicht besorgt sein – dank Wachdienst. Aber was kostet der umfangreiche Sicherheitsservice eigentlich?
Nachteingang
Durch den Nachteingang der Campus-Bibliothek kommen nachts nur noch Studenten mit gültigem Studienausweis

Immer wenn man denkt, über jedes mögliche Thema habe sich schon einmal jemand Gedanken gemacht, wird man eines Besseren belehrt. In diesem Fall durch die Linke. Die nämlich warf im sächsischen Landtag die Frage auf, wie viel Geld an den Universitäten und Hochschulen in Sachsen für Sicherheitsdienste ausgegeben wird. Die Antwort des Wissenschaftsministeriums offenbart  nun die Zahlen für den Zeitraum 2010 bis 2014:

Statistik, Uni
Kosten für Sicherheitsdienste an sächsischen Hochschulen zwischen 2010 und 2014

Mit mehr als 3 Millionen Euro liegt Leipzig also an der Spitze und lässt sich die Sicherheit der Studenten an der Universität einiges kosten. Und obwohl die TU Dresden die meisten Studenten in Sachsen hat, ist sie mit einer Bilanz von "nur" 2,4 Millionen etwas sparsamer. Die Anzahl der Studenten ist für den benötigten Sicherheitsstab aber auch weniger relevant als die Anzahl der Gebäude, die zu einer Universität gehören.

Das sagte auch Carsten Heckmann, Sprecher der Universität Leipzig:

Universitätssprecher Carsten Heckmann über die Gebäudevielfalt in Leipzig
Ton 1 Heckmann

Viele unterschiedliche Gebäude, die über das Stadtgebiet verteilt liegen, weist die TU Dresden allerdings ebenfalls auf.

Deren Sprecher Mathias Bäumle erklärt:

Mathias Bäumle, Sprecher der TU Dresden, zur Sicherheitssituation an der Hochschule
Ton 3 Bäumle

Es gibt zwischen Leipzig und den anderen sächsischen Städten noch einen weiteren Unterschied. Der Sicherheitsservice für die Universität Leipzig wird von sechs verschiedenen Firmen betrieben, andere Hochschulen in Sachsen kommen mit weniger Auswahl aus.

Das habe allerdings seine Gründe, so Sprecher Carsten Heckmann:

Universitätssprecher Carsten Heckmann über die verschiedenen Sicherheitsdienste
Ton 3 Heckmann

Nächtliche Bewachung, besetzte Pförtnerhäuschen und pünktlich abgeschlossene Türen haben in Leipzig also auf jeden Fall ihren Preis und sollen ihn bis auf Weiteres auch behalten. Um im Sicherheitsbereich mit dem Sparschwein zu rasseln, ist nach Ansicht der Universität Leipzig jetzt kein passender Zeitpunkt.

 

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Alexandra Huth
09.04.2015 - 19:34