Fernsehen

Als "Wetten, dass" seinen Charme verlor

Am Samstag Abend verkündete Markus Lanz das Ende von "Wetten, dass". Rückgängige Zuschauerzahlen würden von verlorener Anziehungkraft zeugen, so das ZDF. In Paula Dropes Kommentar geht es darum, wo die Sendung tatsächlich ihren Charme verloren hat.
Mit "Wetten, dass..?" geht es bereits seit langer Zeit bergab.

Das Format "Wetten, dass..?" verlor seine Anziehungskraft direkt nachdem Thomas Gottschalk von der Bühne gegangen war und Markus Lanz sie betreten hatte. Lanz traf nicht den richtigen Ton, war nicht witzig und zuweilen peinlich, wenn er die Witze seiner Gäste so häufig wiederholte, bis auch dem Letzten das Lachen vergangen war. Wirklicher Reiz ging nur noch von seiner Assistentin, Michelle Hunziker, aus, der man einen größeren Platz in der Show – die Hauptmoderation – hätte zutrauen können. Die Schweizerin zeigte sich stets gut vorbereitet, ist tatsächlich höflich – eine Fähigkeit, die vielen Showmastern heute abhandengekommen zu sein scheint - und spricht fünf Sprachen fließend.

Nachdem Gottschalk gegangen war, wäre es die richtige Entscheidung gewesen, gleich ihr das Zepter in die Hand zu geben und der Show so einen wirklich neuen Anstrich zu verpassen. In der Co-Moderation hätte eine Größe wie Anke Engelke glänzen können, oder der ehemalige TV-Total-Praktikant Elton, der jetzt bereits auch sehr seriöse Formate im KiKa moderiert.

Mit Markus Lanz dagegen wollte das ZDF nichts Neues wagen und muss sich nun nicht wundern, dass das alte Format an Frische nichts dazugewonnen hat. Der Fall 'Wetten dass' zeigt wieder einmal die tief sitzende Angst vor Innovationen bei den Öffentlich-Rechtlichen. Eine Angst, die dazu führend wird, dass eine eventuelle Neuaufnahme der Show zu einem späteren Zeitpunkt so ebenfalls nur scheitern kann.

 

"Als "Wetten, dass...?" seinen Charme verlor" - ein Kommentar von Paula Drope
Kommentar Wetten das Paula Drope
 

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