Hochschulpolitik

6.000 Studenten weniger

Der neue Hochschulentwicklungsplan soll in den kommenden Jahren an den sächsischen Hochschulen einiges ändern. Zum Beispiel soll die Zahl der Studierenden an der Universität Leipzig um 6.000 sinken. Die Hochschule ist damit nicht zufrieden.
Uni Leipzig
Die Universität Leipzig steht dem Entwurf teilweise kritisch gegenüber.

mephisto 97.6 Redakteurin Marisa Becker im Gespräch mit Moderator Carsten Richter zum Entwurf des Hochschulentwicklungsplans:

Redakteurin Marisa Becker erklärt im Gespräch mit Moderator Carsten Richter den Hochschulentwicklungsplan und die Kritik daran
Redakteurin Marisa Becker erklärt im Gespräch mit Moderator Carsten Richter den Hochschulentwicklungsplan und die Kritik daran

Der Entwurf des Hochschulentwicklungsplans des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sieht einige Änderungen in der sächsischen Hochschullandschaft vor. Unter anderem soll eine Umschichtung von einzelnen Fakultäten stattfinden. So soll die Juristenfakultät der Universität Leipzig gestärkt werden, diejenige der TU Dresden dafür abgebaut werden. Darüber hinaus wird der ursprünglich geplante Abbau von 700 Stellen auf Länderebene nicht stattfinden, was die Universität nach Angaben von Pressesprecher Carsten Heckmann positiv bewertet. Der Plan sieht vor, dass die Studierendenzahl an der Universität Leipzig von aktuell rund 29.000 auf 23.000 im Wintersemester 2024/2025 gesenkt wird. Die Gesamtstudierendenzahl im Freistaat soll gleich bleiben – lediglich eine Verschiebung der Studierenden in Richtung Fachhochschule ist geplant. Momentan studieren rund 23 Prozent aller Studenten an Fachhochschulen, Ziel sind 40 Prozent.

Uni kritisiert Planungen

Besonders die Begrenzung der Studierendenzahlen bereitet der Universität Leipzig Probleme, so Heckmann. Leipzig sei schließlich ein attraktiver Standort und habe deshalb keine Probleme mit sinkenden Bewerbungszahlen. Darüber sei man als Universität froh – zwischen den Hochschulen herrsche schließlich auch ein Wettbewerb. Als Grund für die Senkung der Gesamtstudierendenzahl gab das Ministerium für Wissenschaft und Kunst demografische Gründe an: Die geburtenstarken Jahrgänge und die doppelten Abitur-Jahrgänge seien inzwischen durch, sodass der Andrang an den Hochschulen zurückginge. Doch wie sollen 6.000 Studenten bis 2024 aus dem System verschwinden? Carsten Heckmann sieht die Lösung in der Stärkung des Nummerus Clausus. Bei Studiengängen ohne Zulassungsbeschränkung müsse dieser dann eingeführt werden.

Ministerin verteidigt Vorhaben

Die sächsische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Eva-Maria Stange sagte im Interview mit mephisto 97.6, es wäre fatal wenn jetzt aus der Universität Leipzig die Botschaft ausgehe, es würden Studienplätze abgebaut. Das sei nicht der Fall. Zwar solle die Zahl der Studenten verringert werden. Das könne jedoch auch durch Maßnahmen geschehen, welche die Studienerfolgsquote verbessern – zum Beispiel durch ein stärkeres Einhalten der Regelstudienzeit. Das habe keinen Einfluss auf die Zahl der Studenten die pro Jahrgang eingeschrieben werden. Die derzeitige Rekordzahl von 105.000 Studenten in Sachsen werde nach Angaben Stanges bis 2020 gehalten; dazu sei man durch den Hochschulpakt verpflichtet. Danach strebe man bis 2025 eine Zahl von 95.000 Studierenden an.

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange im Interview mit mephisto 97.6 Redakteur Julien Reimer:

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange im Interview mit Julien Reimer
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange im Interview mit Julien Reimer
 

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Lea Schröder, Marisa Becker, Julien Reimer
13.07.2016 - 19:44