Studentenjobs

Augen auf beim Arbeitsvertrag

Minijobs, Teilzeitarbeit, Saisonarbeit – zwei Drittel aller Studenten arbeiten nebenbei, um sich ihren Lebensunterhalt zu finanzieren oder um etwas Taschengeld zu verdienen. Aber welche Rechte hat man als Student und worauf sollte man achten?
Ausbildungsvertrag
Ist eine Ausbildung für junge Menschen ein zufriedenstellender Weg?

Studentenjobs sind so vielfältig wie individuell: als Kellner im Café, als Verkäufer an der Kasse, als Arbeitskraft in einem Bereich, den man mit dem eigenen Studium verknüpft. Kein Wunder, dass sich die meisten Studenten eine Arbeit neben dem Studium suchen. Die Jobs sind meist gut bezahlt und stellen für Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber eine win-win-Situation dar. So verdienen Studenten nebenbei Geld und können eventuell sogar in spätere Arbeitsbereiche reinschnuppern, während Arbeitgeber zumeist flexible Arbeitskräfte bekommen, die durch geringe Sozialabgaben durchaus günstig sind.

Gut zu wissen: die gleichen Ansprüche

Oft jedoch müssen Studenten unbezahlte Überstunden leisten oder bekommen zu wenig, manchmal sogar keinen Urlaub. Dabei haben sie dieselben Arbeitnehmeransprüche wie Vollzeitkräfte. Alexander Zorn, Leipziger Fachanwalt für Arbeitsrecht, bestätigt:

Es kommt nicht darauf an, ob ein Arbeitnehmender Student ist oder irgendwie anders zum Arbeitsverhältnis gekommen ist, sondern es kommt einfach auf den Arbeitsvertrag an sich an und der ist bei einem Studenten genau der gleiche wie bei jedem anderen Arbeitnehmer.

Demzufolge haben Studenten auch Anspruch auf bezahlten Urlaub und Krankengeld – bis zu sechs Wochen lang. Diese Regelungen sind also im geltenden Arbeitsrecht verankert und gehören auch ohne Festlegung im Arbeitsvertrag zu den Mindestansprüchen.

Unverzichtbar: der genaue Blick auf den Arbeitsvertrag

Es kommt immer wieder vor, dass ein Arbeitsverhältnis ohne schriftlichen Arbeitsvertrag besteht. Dies ist zwar möglich, da Arbeitsverträge auch mündlich ausgesprochen werden können und somit jede Verpflichtung zur Arbeitsleistung bereits einen Arbeitsvertrag darstellt, jedoch ist ein schriftlicher Arbeitsvertrag in jedem Fall besser. Zorn weist darauf hin, dass somit Probleme vermieden werden können. Zum Beispiel gebe es bei mündlichen Arbeitsverträgen später meist Erschwernis dabei, Ansprüche durchzusetzen.

Wichtig ist vor allem auch, sich den dann vorliegenden Arbeitsvertrag genau durchzulesen. Geklärt werden sollte mindestens: Wer ist der Arbeitgeber? Wie groß ist der Umfang meiner Arbeitsleistung? Welche Art von Tätigkeit erledige ich in diesem Arbeitsverhältnis? Darüber hinaus können gesonderte Vereinbarungen über Urlaub und Krankengeld auf der Grundlage der Mindestansprüche getroffen werden.

Mit Blick in die Zukunft: der Mindestlohn

Es ist offiziell bekannt, dass ab dem 1. Januar 2015 das Gesetz zum Mindestlohn in Kraft tritt. Er wird für alle in Deutschland tätigen Arbeitnehmer über 18 Jahre gelten. So auch für Studenten in Minijobs oder Saisonarbeit. Ob deswegen Nebenjobs für Studenten wegfallen, ist fraglich. Fakt ist jedoch, dass bei typischen 450 Euro–Jobs entweder die zu leistende Stundenzahl verringert werden muss, oder aber sogenannte Midi-Jobs entstehen. Hierbei liegt das Gehalt zwischen 450 und 850 Euro im Monat. Ein Kompromiss muss in jedem Falle gefunden werden.

Redakteurin Lisa Vordermeier im Gespräch mit Alexander Zorn über Arbeitsverträge und Studentenjobs.
Redakteurin Lisa Vordermeier im Gespräch mit Alexander Zorn über Arbeitsverträge und Studentenjobs.
 

Kommentieren