Seniorenbüros mit Begegnungsstätte

Stricklieseltreff und Gedächtnistraining

Der demografische Wandel ist in vollem Gange. Und weil die Bevölkerung immer älter wird, wächst auch der Bedarf an Beratungs- und Begegnungsstätte. Die Stadt Leipzig hat daher vor einem Jahr zehn Seniorenbüros eingerichtet. Doch wie kommen diese an?
Seniorenbüro Nordost
Das Seniorenbüro Nordost ist eines von zehn in Leipzig.

Treffpunkte und Begegnungszentren für ältere Menschen gibt es zwar schon lange, doch im letzten Jahr beschloss die Stadt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, die Seniorenarbeit in Leipzig noch weiter auszubauen. Daher begann man im November 2013 im Rahmen des „Förderprogramms der Stadt Leipzig zur Neuausrichtung der offenen Seniorenarbeit“ mit der Gründung von zehn sogenannten 'Seniorenbüros mit Begegnungsstätte'. In jeden Stadtbezirk wurde ein solches Zentrum geschaffen. Finanziert werden die Büros durch Fördergelder der Stadt. Pro Jahr erhält jede Einrichtung vom Sozialamt 60.000 Euro.

Information, Beratung, Unterstützung

Die Idee ist, wohnortnahe Anlaufstellen für Seniorinnen und Senioren, ältere Menschen mit Behinderung und Angehörige zu schaffen. In der Informationsbroschüre der Stadt Leipzig heißt es: „Hier erhalten sie Informationen, Beratung sowie Unterstützung zu allen Fragen des Alterns und sind zu geselliger Begegnung eingeladen.“ Die Seniorenbüros würden "zahlreiche Angebote der Geselligkeit, Unterhaltung, Bildung, Kultur und bürgerschaftlichem Engagement" anbieten und das auch noch kostenlos.

An fünf Tagen in der Woche sind die Büros geöffnet, das Programm ist vielfältig: Neben Informationsveranstaltungen und Kreativangeboten werden auch präventive Gesundheitsangebote und eine Reihe von kulturellen Angeboten wie Lesungen und Reiseberichte veranstaltet. Es besteht außerdem die Möglichkeit, Termine für "Hausbesuche", also Beratung und Information zuhause, zu vereinbaren.

Der Bedarf wächst 

Seniorebüro

Auch in Mockau, im Stadtbezirk Nordost, gibt es eine solche Einrichtung. Betrieben wird sie vom Volkssolidarität Stadtverband Leipzig e.V., der sich schon seit Langem für Seniorenarbeit in Leipzig engagiert und Träger von drei weiteren Seniorenbüros in der Stadt ist. In ihrem Veranstaltungsplan stehen zum Beispiel Verkehrssicherheitsseminare, Gedächtnistraining sowie Spiele- und Tanznachmittage. Begegnungsangebote hält Martin Gey von der Volkssolidarität für besonders wichtig, da sie der Alterseinsamkeit entgegenwirken können. Nach einem Jahr des Bestehens stellt er fest, dass durch den demografischen Wandel der Bedarf generell wächst: Es kommen immer mehr neue Besucher mit Beratungswünschen und auch die Anzahl der Hausbesuche nehme zu:

„Hier erleben wir, dass das Konzept 'Seniorenbüros' immer mehr angenommen wird und das ist sicherlich auch positiv zu bewerten"

Gute und schlechte Seiten

Auch Andrea Näther ist Leiterin des Seniorenbüros Nordost und seit 15 Jahren bei der Volkssolidarität tätig. Sie erzählt, dass jetzt mehr Senioren in die Einrichtung kämen, als früher. Pro Monat liegen die Besucherzahlen zwischen 1200 und 1500 Menschen. Das liege vor allem daran, dass das Konzept der Büros nun stärker in die Öffentlichkeit getragen wird. Neu sind auch die Hausbesuche, denn diese hätte es früher nur in Ausnahmefällen gegeben. Doch durch die Änderungen hätten sich auch die Anforderungen an die Einrichtungen verstärkt, erklärt sie:

„Für uns ist es insofern schwieriger geworden, dass man dem höheren Bedarf […] Rechnung tragen muss. Wir haben nicht mehr Personal als vorher, wir müssen das also mit dem gleichen Personal abdecken und das ist mitunter schon recht schwierig. Gut empfinden wir die Sache, weil einfach die Leute, die solche Anlaufstellen vorher nicht kannten, oder jetzt eben erst durch Ärzte oder andere Personen darauf aufmerksam gemacht werden, dann ganz einfach Hilfe finden.“

Bei den Senioren kommen die Begegnungsstätten so gut an, dass einige von ihnen die Einrichtungen sogar ehrenamtlich unterstützen. Näther berichtet, dass die fünf ehrenamtlichen Helfer, die derzeit im Büro in Mockau arbeiten, zwischen 62 und 75 Jahren alt sind. Sie würden eine Aufgabe suchen und noch zu etwas nütze sein. Und die Seniorenbüros bieten ihnen die Chance dazu. 

Moderatorin Susi Kraft spricht mit Redakteurin Kristin Franke über die Seniorenbüros in Leipzig.
 
 

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Weitere Informationen zu den Seniorenbüros in Leipzig finden Sie hier.