Mindestlohn

Sind in Sachsen Jobs gefährdet?

8,50 Euro pro Stunde. Das ist der Mindestlohn, der ab Januar für jeden Arbeitnehmer gilt. Gehen durch die höheren Personalkosten Arbeitsplätze verloren? Das untersucht eine Studie des ifo-Instituts, die heute vorgestellt worden ist.
Ab Januar 2015 gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 8,50€.

Bis zu 60.000 Arbeitsplätze sollen in Sachsen bedroht sein. Das sagt zumindest eine Studie des ifo-Instituts, die die Auswirkungen des Mindestlohns untersucht hat. Sie war vom Sächsischen Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben worden. Das hatte den Mindestlohn stets kritisiert. Vor allem in Bäckereien, Fleischereien, Gaststätten und im Beherberungsgewerbe könnten Arbeitsplätze verloren gehen.

Wahlkampfgetöse oder Prognose?

Der Deutsche Gewerkschaftsbund zweifelt an den Ergebnissen der Studie. Vizepräsident Markus Schlimbach hält die Studie für Wahlkampfgetöse. Er habe in der Vergangenheit schon viele Studien gelesen, die vor Arbeitsplatzverlust warnten. Am Ende sei der nie eingetreten. Außerdem hätten Arbeitnehmer durch den höheren Lohn mehr Geld im Portemonnaie, so Schlimbach. Die Kaufkraft in Sachsen würde also steigen.

"In der Studie ist auch deutlich geworden: 300.000 Menschen in Sachsen bekommen ab 1. Januar 2015 mehr Lohn. [...] Und nicht mehr irgendwelche Niedriglöhne, sondern sie bekommen dann den Mindestlohn. Das ist ein großer Schritt, den wir eigentlich schon längst in Sachsen haben wollten."

Keine Entlassungen geplant

Auch Udo Wendl, der Geschäftsführer der Wendl-Bäckereien, verteidigt den Mindestlohn. In seinem Unternehmen habe es schon mehrere Gesprächsrunden zu diesem Thema gegeben, er höre aber zum ersten Mal von der besonderen Bedrohung seiner Branche. Entlassungen seien bei ihm nicht geplant.

"Fachkräfte in allen Bereichen, ob das im Verkauf ist, ob das bei Azubis ist, sind so oder so wirklich schwer zu finden. Welche Bereiche es eventuell treffen wird, sind die gering qualifizierten, ungelernten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen."

 

Ein Beitrag Anne-Marie Kriegel über den Mindestlohn
1808 Mindestlohn

 

 

 

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