Sportwetten

Auf gut Glück!

Glücksspiel ist verführend. Viele verlassen sich zu sehr auf den Zufall, verlieren, versuchen es erneut und verlieren noch viel mehr. Vor allem die Beliebtheit von Sportwetten ist besorgniserregend. Der Versuchung soll nun entgegengewirkt werden.
Der Reiz des Unvorraussagbaren: Etwa 400.000 Deutsche sind spielsüchtig.

Bei der vergangenen WM wettete ein Schwede auf das 7:1 der deutschen Nationalelf gegen Brasilien – und machte aus 21,50 Euro mal eben so 4080 Euro.

Es klingt zu schön, um wahr zu sein und trotzdem jagen Millionen Sportfans dem Traum vom großen Geld durch Sportwetten-Gewinne nach. Für eine Vielzahl von Kunden erweist sich das Glücksspiel eher als dauerhaftes Minusgeschäft – den Porsche und die Villa mit Pool können sich am Ende dann höchstwahrscheinlich nur die Anbieter leisten: Nach einer Studie sollen in Deutschland allein mit Sportwetten drei bis sechs Milliarden Euro umgesetzt werden.

Fußball-Bundesliga – das Highlight der Wettspieler

Bald beginnt wieder DIE Wett-Saison überhaupt. Während der Fußball-Bundesliga rennen Begeisterte nicht nur die Stadien ein – auch die Wettlokale sind prall gefüllt. Dabei geht es nicht immer mit rechten Dingen zu. Erst im Juni dieses Jahres wurden wieder Menschen wegen illegalen Glücksspiels in Sachsen angeklagt.

In Deutschland unterliegen Sportwetten strikten Auflagen, so dürfen sie zum Beispiel nicht nicht in Spielhallen stattfinden. Jana Klein, Sprecherin der Sächsischen Landesdirektion, bezeichnet Geldspielgeräte in Spielhallen, Spielbanken und Gaststätten als "Suchtfaktor Nummer 1". Würden jetzt Sportwetten und Geldspielgeräte vermischt oder im selben Gebäude betrieben werden, erhöhe sich laut wissenschaftlichen Studien das Suchtpotenzial um ein Vielfaches.

Spielsucht immer noch ein Problem

Die Anbietung von Sportwetten sei grundsätzlich ein Gewerbe wie jedes andere. Das bedeutet auch, dass es den gleichen Voraussetzungen, die in der Gewerbeordnung festgehalten und geregelt sind, unterliegt. Bevor ein Betreiber allerdings Wetten anbieten darf, muss zunächst seine Zuverlässigkeit geprüft werden. Er darf weder Vorstrafen noch Schulden haben. Was bringt schließlich der beste Tipp, wenn es niemanden gibt, der den Gewinn auszahlen könnte?

Ein weitaus großes Problem ist weiterhin die Glücksspielsucht. Denn bei einer Wette im Monat bleibt es nur bei den Wenigsten – einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge sind rund 100.000 Deutsche glücksspielsüchtig. Vor allem beim Sport, wo ein Hobby mit dem Wetten verbunden wird, kommen Süchtige schwer vom Spielen los. Zum Schutz der Spieler wurde 2012 der Glücksspielstaatsvertrag geschlossen. Seitdem ist gesetzlich geregelt, dass Betriebe darauf achten müssen, dass Spieler zu verantwortungsvollem Spiel angehalten werden und so der Glücksspielsucht vorgebeugt wird.

Redakteurin Paula Kautz im Interview mit Jana Klein über Sportwetten.
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Elisa Marie Rinne
12.08.2014 - 13:46