Klimawandel

Heiß, heißer, Klimawandel!

Es wird wärmer! Diese Prognose gilt nicht nur für diesen Sommer, sondern auch für die nächsten Jahre. Um bis zu vier Grad sollen die Temperaturen noch in diesem Jahrhundert steigen. Doch was bedeutet das für Sachsen?
Thermometer
Überall auf der Welt wird es heißer – auch in Sachsen.

Riesentsunamis im Yellowstone National Park, Schneestürme in Neu-Delhi und Tornados, die die ganze Welt verwüsten. Katastrophenfilme wie The Day After Tomorrow oder 2012 ziehen Millionen Menschen in die Kinos. Trotzdem bleiben die Szenarien am Ende des Tages eben genau da – als Visionen, die vielleicht, irgendwo, in ferner Zukunft mal eintreffen könnten.

Dass Wissenschaftler weltweit seit Jahren auf einen anstehenden Klimawandel und die Dringlichkeit eines intensiveren Klimaschutzes aufmerksam machen, wird von der Öffentlichkeit nur noch wenig beachtet. Zwar kommt das Thema bei Katastrophen wie den vermehrten Hochwassern und Stürmen der vergangenen Jahre wieder auf, so richtig ins Bewusstsein der Menschen scheint es aber noch nicht gerückt zu sein.

Es wird wärmer – auch in Sachsen!

Andreas Völlings
Andreas Völlings.

Ein Grund dafür könnte sein, dass die Menschen sich mit den bedrohlichen weltweiten "Nebeneffekten" weniger identifizieren können – die schmelzenden Pole sind schließlich ziemlich weit weg. Andreas Völlings vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) untersucht die Auswirkungen des Klimawandels sowie die derzeitige Situation in Mittel- und Ostdeutschland, speziell in Sachsen.

Zurzeit beobachten die Wissenschaftler bereits eine Erhöhung der Durchschnittstemperaturen in den vergangenen vierzig Jahren, im Niederschlagsbereich hat sich allerdings wider Erwarten wenig verändert. Bis 2100 werde sich der aktuelle Trend ersten Prognosen des LfULG zufolge kaum verändern:

"Dort wird deutlich, dass das Klimasignal sich weiter fortsetzt, dass wir also [...] ein Temperatursignal zwischen ein und vier Grad erwarten, sodass es also insgesamt in Sachsen deutlich wärmer werden wird."

Vortrag
Beim Vortrag "Klimawandel vor Ort: mehr Hochwasser, heißere Sommer. Szenarien für Ost- und Mitteldeutschland".

Erneutes Hochwasser nicht undenkbar

Die generelle Temperaturerwärmung Deutschlands würde sich in allen Bundesländern in ähnlicher Form widerspiegeln, in größeren Städten wie Leipzig würden aber zudem zusätzliche Effekte auftreten: Dazu gehört eine Überwärmung im Sommer. Auch Hagel, lange Trockenheiten und Gewitter würden vermehrt auftreten. Eine in Zukunft höhere Wahrscheinlichkeit für Hochwasser könne Völlings nicht bestätigen – überrascht wäre er über ein "zweites Jahrhundertwasser" aber nicht. Vor allem die Landwirtschaft müsse sich anpassen. So werde der Niederschlag in den Monaten April, Mai und Juni deutlich abnehmen, während mit mehr Regen in der Erntezeit, sprich Juni, Juli, August gerechnet werden müsse.

Am 25.06.2014 präsentierte Völlings die Ergebnisse in seinem Vortrag "Klimawandel vor Ort: mehr Hochwasser, heißere Sommer. Szenarien für Ost- und Mitteldeutschland".

Andreas Völlings im Gespräch mit Redakteur Thede Thießen.
Andreas Villings im Gespräch mit Thede Thießen.
 

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Elisa Marie Rinne
26.06.2014 - 12:42