Konzert

Zwei Bestien, ein Geist und eine Setlist

5 Schwaben unterwegs durch Deutschland. Auch in Leipzig machten Yesterday Shop Halt, um ihr neues Album "Parados" vorzustellen.
Yesterdayshop bei ihrem Konzert im Täubchenthal
Yesterday Shop bei ihrem Konzert im Täubchenthal

„Schaffe, Schaffe, Häusle baue“ – die Schwaben sind dafür bekannt, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und anzupacken. Getreu diesem Motto haben Yesterday Shop 2012 ihr eigenes Label Trickser gegründet, um darauf ihr selbstbetiteltes Debütalbum zu veröffentlichen. Der Plan ging auf: mittlerweile hat die Band ihr zweites Album veröffentlicht und andere, neuentdeckte Bands auf ihrem Label unter Vertrag genommen.

Ein Support ohne Ecken und Kanten

So auch A Tale of Golden Keys, die den Abend als Support eröffnen. Die drei Jungs aus Nürnberg sind wie geschaffen für die Schublade Indiepop. Langsame Intros eröffnen die Songs sensibel und schlagen plötzlich in kräftige Sequenzen mit eingängigem Tempo um. Der Fuß wippt mit, die Hüfte tanzt im Takt – im Kopf bleibt der Sound jedoch nicht hängen: zu wenig Profil, zu austauschbar in der Masse der Indiebands.  

Die Supportband A Tale Of Golden Keys
 

Das klingt wie…

Yesterday Shop dagegen klingen anders als viele der Bands, mit denen sie das Genre teilen. Und trotzdem muss man – wie so oft schon vorher – den Vergleich zu Chris Martin und seiner Band Coldplay ziehen. Die Melodien und die Melancholie der Songs, ganz besonders aber auch der Gesang und manchmal auch die Gesten des Sängers Clemens Kluck erinnern stark an die Briten. 

Der Sänger der Band Yesterday Shop Clemens Kluck singt auf der Bühne
 

Der Vergleich hinkt

Die Ähnlichkeiten sind da, eine Kopie von Coldplay sind Yesterday Shop jedoch nicht. Das wird besonders deutlich an den Stellen, an denen der Bassist mit seiner tiefen Stimme einen guten Kontrast zum Leadsänger bildet. Außerdem wirken einige neue Songs des Albums Parados wie Two Beasts oder Ghost deutlich sphärischer und einige starke instrumentale Szenen hinterlassen bleibenden Eindruck. 

Eine optische Täuschung

Die Band wirkt auf der Bühne eingespielt und harmonisch, die Abläufe wirken gewohnt – doch der Eindruck täuscht offenbar: die Setlist können scheinbar noch nicht alle Bandmitglieder auswendig, was zum Vergnügen des Publikums kurz zu Irritation auf der Bühne führt. Doch mit Charme stehen sie ganz offensichtlich dazu und nehmen es mit Humor. Die sympathischen Jungs sorgen mit ihrer bodenständigen Art und ihrer spürbaren Leidenschaft für das, was sie tun, mit einem soliden Konzert für einen unterhaltsamen Abend.

 

 

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Peggy Strauchmann
19.05.2014 - 19:35
  Kultur

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