CD der Woche

1 + 1 = 3

Die Musiker Lydmor und Bon Homme haben sich zusammengeschlossen und ein Album aufgenommen. Auf "Seven Dreams Of Fire" bietet das dänische Duo unterkühlte, lässige Elektro-Pop-Musik.
Die beiden Dänen vor einer roten Wand
Lydmor & Bon Homme wissen es, sich in Szene zu setzen

Dass die skandinavischen Länder uns immer wieder mit guter Musik versorgen, ist ja nichts Neues. Vor allem in Deutschland erfreuen sich Bands aus Schweden, Dänemark und Co. immer wieder Beliebtheit. Neben den Exportschlagern wie Mando Diao oder Kakkmaddafakka bieten aber auch die etwas unbekannteren Gefilden der Musikszene interessante Acts.

Zwei davon haben sich gerade zusammengetan und veröffentlichen nun das erste gemeinsame Album „Seven Dreams Of Fire“. Die Kollaboration ist dabei gar nicht so verrückt, wie sie auf dem ersten Blick vielleicht wirkt. Thomas Høffding (Bon Homme), seines Zeichens Bassist und Sänger des dänischen Electro-Pop Trios WhoMadeWho, trifft auf die Singer/Songwriterin Lydmor. Dabei ist die Dänin aber auch solo schon eher auf elektronischen Pfaden unterwegs gewesen. Auf dem Album treffen merklich die Stile der beiden Musiker aufeinander.

Stilbewusst

Lydmor & Bon Homme gehen stilbewusst an ihr gemeinsames Projekt heran. Bereits auf dem letzten Bon Homme-Album befanden sich zwei gemeinsame Songs. Zum stillen, heimlichen Hit „Daybreaker“ haben die beiden schon 2013 ein interessantes Video gedreht. Auch dieses Mal wurde der Albums-Vorbote „Things We Do For Love“ visuell umgesetzt. Das Video zeigt schöne Bilder von Lydmor & Bon Homme, die über verschiedene Dächer tanzen. Dass das Duo einen hohen Wert auf Stil legt, merkt man irgendwie auch der Musik an. Die unterkühlten 13 Songs auf „Seven Dream Of Fire“ haben alle einen lässigen, coolen Touch.

 

Mit dem ersten Lied „Things We Do For Love“ gibt das Album sofort den Ton an. Lydmor & Bon Homme singen zu treibenden, elektronischen Klängen im Duett. Thomas Høffdings raunende Stimme bringt dabei einen eher düsteren Ton. Lydmor sorgt mit ihrem sanften Gesang im Refrain dabei nahezu schon für eine musikalische Erlösung. Der Song hat einen coolen Beat, der durchaus zum Mitwippen taugt und überzeugt auch ohne das zugehörige Video. Mit „Dream Of Fire“ – der zweiten Single – zieht das Duo das Tempo ein bisschen an. Der Song ist ein Old-School-Elektro Track, der mit ein bisschen mehr Druck ein großer Hit hätte werden können. Doch die Dänen bleiben ihrer Coolness treu, wodurch „Dream Of Fire“ seinen eigenen Charme entwickelt. Songs wie „Flash“ und „Trooper“ werden hingegen sehr von den weiten Synthesizer-Pads getragen und befinden sich eher im Mid-Tempo. Hinzu kommen meist ein elektronisches Schlagzeug, Soundeffekte und ein Synthie-Bass.

Stimmliche Harmonie

Es ist vor allem die interessante Abwechslung im Gesang zwischen Lydmor und Bon Homme, die das Album spannend macht. Während Songs wie „Wired“ vor allem vom Duett-Charakter leben, singt das Duo in „Tear Us Apart Again“ größtenteils synchron. Die beiden doch sehr unterschiedlichen Stimmen harmonieren dabei wunderbar, so als hätten Lydmor & Bon Homme schon immer zusammen Musik gemacht. Mit dem rhythmischen Pop-Song „Missed Out On Disco“ leiten die beiden das Ende des Albums ein. Hier bittet das Duo mit einem relativ simplen Beat noch einmal unter die Discokugel. Trotzdem ist der Song alles andere als platt. Auch bei einfachen Melodien schaffen Lydmor & Bon Homme es, Stil zu behalten. Mit „Dream Of Fire Part 2“ und dem Instrumental „End“ folgt ein eher experimentelles Ende.

Fazit

Lydmor & Bon Homme sind das Produkt zweier interessanter Künstler der skandinavischen Musikszene. Sie werden mit „Seven Dreams Of Fire“ verschiedene Leute ansprechen. Einerseits eignet sich das Album hervorragend dazu, sich „classy“ auf der Tanzfläche zu bewegen. Andererseits ist es durch die unterkühlte Art nie zu anstrengend, um nebenbei gehört zu werden. Als Highlights bleiben Songs wie „Things We Do For Love“ hängen, die einfach genug Pop, genug Coolness und genug Anspruch bieten. Vielleicht entsteht gerade dies durch die interessante Kollaboration zweier sehr kreativer Künstler. 

 

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Lydmor & Bon Homme: Seven Dreams Of Fire

Tracklist:

1. Things We Do For Love*
2. Trooper
3. Dream Of Fire*
4. Go Fingers Go
5. Flash*
6. Wired
7. Vanity
8. Trampoline
9. Tear Us Apart Again
10. Rain
11. Missed Out On Disco*
12. Dream Of Fire Part 2
13. End

*Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 06.11.2015
hfn music

Lydmor & Bon Homme im Web 2.0:

Wer sehen möchte, wie die beiden Musiker ihre Songs "live" präsentieren, dem sei diese "Akkustik"-Version ans Herz gelegt. Dort spielen Lydmor & Bon Homme den gemeinsamen Track "The Optimist" vom letzten Bon Homme Album vor der Kamera ein. 

 

Dass Bon Homme ein begnadeter Tänzer und Performer ist, zeigt er nicht nur im Video zu "Things We Do For Love". In einer Live-Session für das Format "Auf den Dächern" bewegt er sich passend zu seiner Musik und flirtet mit der Kamera