meKi Spezialsendung: 09.11.1989

Der Tag an dem die Mauer fiel

Dieses Jahr feiern wir in Deutschland zum 30. Mal den Mauerfall. Welche Mauer, fragt ihr euch vielleicht. Das wollen wir euch in dieser meKi-mephistoKids-Spezialfolge erklären. Außerdem verraten wir euch, was Leipzig eigentlich damit zu tun hat.

Anlässlich der Themenwoche bei mephisto 97.6, widmen wir diese Sendung einem ganz wichtigen Ereignis in der deutschen Geschichte: Vor 30 Jahren, in der Nacht des 09.11.1989, ist die Mauer gefallen, welche Deutschland in zwei Teile getrennt hatte. In unserer Spezialfolge erklären wir euch, warum die Mauer überhaupt gebaut wurde, warum Leipzig beim Mauerfall eine wichtige Rolle spielte und wie die Kinder von damals die Zeit des Mauerfalls erlebt haben.

Die Sendung zum Nachhören findet ihr wie immer hier:

Bevor wir dazu kommen, warum die Mauer gefallen ist, wollen wir dir erklären, weshalb die Mauer überhaupt gebaut wurde. Es fing alles mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs an. Der endete im Jahr 1945  – also vor 74 Jahren. Deutschland verlor den Zweiten Weltkrieg und wurde deshalb unter den vier Siegerländer aufgeteilt. Das waren die Vereinigten Staaten von Amerika (abgekürzt USA), das Vereinigte Königreich Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion (kurz UdSSR). Die Sowjetunion gibt es heute nicht mehr. Sie bestand damals aus ganz vielen Ländern wie Russland, Weißrussland, Ukraine und noch ein paar weiteren Ländern.
Jedenfalls wurde Deutschland unter den Siegerländern aufgeteilt. Den Westen bekamen die USA, Großbritannien und Frankreich. Sie gründeten nach dem Zweiten Weltkrieg die Bundesrepublik Deutschland kurz BRD. Im Osten entstand unter der Leitung der UdSSR die Deutsche Demokratische Republik kurz DDR. Das Bundesland Sachsen liegt zum Beispiel in der ehemaligen DDR.
In der DDR gab es sehr strenge Regeln. Zum Beispiel wurden Menschen ins Gefängnis gesperrt, nur weil sie ihre Meinung öffentlich aussprachen. Deshalb flohen viele Menschen in die BRD. Darunter waren sehr gute Arbeitskräfte und viele junge Leute. Das störte die DDR-Regierung sehr, sodass sie im Jahr 1961 in Berlin begann, zunächst einen Zaun zu errichten, um die Flucht so schwierig wie nur möglich zu machen. Später wurde aus dem Zaun eine Mauer, welche die DDR von der BRD abgrenzte. Die Mauer war also dafür da, die Menschen in der DDR zu halten, weswegen die Mauer auch sehr streng überwacht wurde.

Die Friedliche Revolution

Heute ist Deutschland nicht mehr geteilt, also was ist passiert?
Die Menschen sind auf die Straße gegangen und haben eine Revolution gestartet. Von einer Revolution sprechen wir, wenn Menschen gegen etwas ankämpfen, was ihnen nicht gefällt. In dem Fall vor 30 Jahren hat den Menschen in der DDR nicht gefallen, dass sie voneinander getrennt waren. Sie wollten, dass es die Mauer nicht mehr gibt. Außerdem waren sie sehr unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen, mit der Macht der Regierung und der Kontrolle über ihre politische Meinung und Freiheit.
Anders als bei anderen Revolutionen, wo es häufig zu schlimme Gewalttaten kommt, war diese Revolution friedlich - also niemand wurde verletzt. Übrigens spielte die Stadt Leipzig bei der Friedlichen Revolution eine bedeutende Rolle. Hier sind die Menschen nämlich zuerst auf die Straße gegangen und haben gesagt, dass sich etwas verändern muss. Ein wichtiger Ort war Nikolaikirche in Leipzig. Dort haben sich jeden Montagabend Menschen getroffen, haben ihre Gedanken ausgetauscht und miteinander gebetet. Das sind die sogenannten Friedensgebete. Die haben schon 1982 begonnen, das ist jetzt 37 Jahre her. Je unzufriedener die Menschen mit der Politik wurden, desto mehr Menschen kamen zu den Friedensgebeten.

Nikolaikirche

Die meisten Menschen kamen dann 1989 zusammen. Da haben die Menschen nicht mehr nur gebetet, sondern sich auch getraut, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren, das heißt, sie haben ganz laut rufen, was ihnen nicht passt und was sie alle wollen.

Der Wunsch nach Veränderung

Die Menschen forderten zum Beispiel freie Wahlen. Die Regierung der DDR hatte nämlich nicht zugelassen, dass man eine andere Partei wählt. Das ist ungerecht, weil man sich dann nicht aussuchen kann, wer die eigenen Wünsche in der Stadt oder im Land vertritt und umsetzt. Die Menschen wollten endlich auch andere Parteien wählen dürfen. Ein weiterer Punkt war die Versammlungsfreiheit, also das man sich wann man will und wo man will als Gruppe treffen darf. Des Weiteren gab es keine Pressefreiheit. Die Nachrichten sollten aber über alles berichten dürfen, nicht nur das, was die Regierung hören wollte. Auch die Reisefreiheit wurde von den DDR-Bürgerinnen und Bürgern gefordert. Die Menschen in der DDR konnten zum Beispiel nur in bestimmten Ländern Urlaub machen, zum Beispiel in der Ukraine. Länder wie Italien, Frankreich oder Amerika waren tabu.
Das Schlimmste war aber eigentlich, dass viele Leute ihre Familien nicht mehr sehen konnten, weil sie durch die Mauer getrennt wurden. Deswegen war ein ganz wichtiger Punkt, den die Menschen forderten, dass die Mauer wegsollte. Der Wunsch nach Wiedervereinung war sehr groß.

Eine neue Regierung

Die Regierung der DDR hat natürlich irgendwann gemerkt, dass zu viele Menschen unzufrieden sind. Weil sie aber nicht wussten, wie sie damit umgehen soll und ist die Regierung zurückgetreten. Das heißt, dass alle Politiker und Politikerinnen gleichzeitig ihr Amt aufgegeben haben. Danach musste eine neue Regierung her, weil irgendjemand muss ja sagen, was als nächstes passiert. Aber auch die neue Regierung war sehr unsicher und überfordert.
Auf einer Pressekonferenz am 09. November 1989 in Berlin, die auch im Fernsehen übertragen wurde, verkündet der Politiker Günter Schabowski aus Versehen ein neues Reisegesetz für die DDR. Das Gesetz sollte eigentlich erst ab dem nächsten Tag gelten, das übersah Schabowskis allerdings. Auf eine Nachfrage des italienischen Journalisten Riccardo Ehrman und eines BILD-Reporters namens Peter Brinkmann antwortet Schabowski, dass das Gesetzt nach seiner Kenntnis ab sofort gelte.

Der Mauerfall

Nach bekannt werden dieser Nachricht, dass Menschen von der DDR in die BRD ausreisen dürfen, hat dann dazu geführt, dass tausende Ost-Berliner an die Grenzübergänge gelaufen sind und die Öffnung der Mauer gefordert haben. Die DDR-Grenzsoldaten waren unvorbereitet und überfordert, sodass sie sich schließlich den ankommenden Menschenmassen beugten.

Mauerfall

Also weil viele Menschen gleichzeitig auf die Mauer zugerannt sind und sie gestürmt haben, wie bei einer Ritterburg oder so, nennen wir es Mauerfall. Die Menschen waren überglücklich und feierten die ganze Nacht. Am nächsten Tag (10.11.1989), wurde dann auch verkündet, dass das Reisegesetz bleibt und nicht zurückgezogen wird. Damit, war der Weg also frei für ein geeintes Deutschland, so wie wir es heute kennen.

Kinder fragen ihre Eltern

Der Mauerfall war ein sehr prägendes Ereignis. So auch für die Eltern unserer Kinderreporter und Kinderreporterinnen, die damals im Jahr 1989 selbst Kinder waren. Wir wollten von den Eltern wissen, wie sie die Zeit des Mauerfalls erlebt haben. Deswegen haben sich unsere Kids ihre Eltern geschnappt und sind mit ihnen an den Ort gegangen, wo alles Angefangen hat – in der Nikolaikirche in Leipzig.

Ein Kalter Hund für Zwischendurch

Puh, bei so vielen Informationen, gibt es zum Schluss noch einmal etwas zum Stärken. In "Mitgemacht" erklären wir euch, wie ihr einen Kalten Hund machen könnt.

Kalter Hund ist ein Kuchen, den man damals in der DDR schon gerne gegessen hat. Die Süßspeise hat übrigens gar nichts mit dem Tier zu tun. Der Name stammt eigentlich von den Grubenhunten aus dem Bergbau ab. Der Hunt ist ein oben offener, länglicher viereckiger Kasten, der mit Rädern versehen ist. Dieser Wagen wurde dafür eingesetzt, um im Bergbau Materialien fördern. Und die Kastenform der Grubenhunten erinnert eben sehr stark an die Backform, die man für den Kalten Hund braucht. Vielleicht kennst du die Süßspeise auch unter einem anderen Namen, wie: Kalte Schnauze, Kalte Torte  oder Kekstorte.

Das Rezept und die Anleitung für den Kalten Hund findet ihr im Video. Viel Spaß beim Backen und Naschen!

 

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Jingles freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dag Reinbott .

 

Info zum Hörspiel:

umgesetzt von:

Jule Rauchbach

gesprochen von:

Kinderreporterinnen Emilia und Maya

Frauke Siebels

Moritz Lünenborg

Elisabeth Schmidt

Martin Pfingstl

Charlotte Siemoneit

Micha Köhler